Erich Hampel ist nicht länger Aufsichtsratschef der Unicredit Bank Austria. Das teilt die österreichische Tochter der Mailänder Unicredit in einer kurzen Bekanntmachung mit. Demnach habe der einstige Vorstandschef des Geldinstituts seine Funktionen bei der Gesellschaft niedergelegt. Grund dafür sei der Investor Michael Tojner, der derzeit die B&C Privatstiftung zu übernehmen versucht. Das berichten heimische Medien einstimmig. Hampel fungiert bei der Wiener Privatstiftung als Vorstandsvorsitzender und würde damit bei einem Rechtsstreit zwischen der Unicredit Bank Austria und der B&C Privatstiftung stehen.

Unicredit habe keine Rechte mehr an B&C
Mit der Übernahme würde Tojner jedenfalls großen Einfluss in Österreich gewinnen. Die B&C Privatstiftung ist nämlich Mehrheitseigentümerin der österreichischen Industrieleitbetriebe Lenzing, AMAG Austria Metall und der Semperit Holding. Die Unicredit selbst habe aber seit 2008 keinerlei Rechte mehr an der B&C Privatstiftung, erklärt die B&C wiederum auf ihrer Webseite. Damals hatte die Privatstiftung die Unicredit Gruppe laut eigenen Angaben mit 1,2 Milliarden Euro ausbezahlt. Im Gegenzug hat Unicredit auf alle ihre Rechte verzichtet. Damit war die Trennung von Stiftung und Bank vollständig vollzogen. Was nunmehr versucht wird, ist, diese bereits abgelösten Rechte ein zweites Mal zu verwerten, heißt es dort weiter.

Der Stiftungsvorstand Wolfgang Hofer bestätigt demnach ebenfalls die versuchte Übernahme, will sich dagegen aber zur Wehr setzen: "Ja, es gibt diese Versuche von Unicredit und Herrn Tojner. Wir werden alles daran setzen, eine Aushöhlung unserer Betriebe sowie einen Abzug substantieller Mittel aus der B&C-Gruppe zu verhindern. Unser Weg war nie jener des schnellen und kurzfristigen Geldes. Wir stehen voll zu unserem Auftrag und unseren Unternehmen und werden diesen Weg entschlossen weiter gehen." (cf)