Boris Collardi wird neuer geschäftsführender Teilhaber der Genfer Privatbank Pictet. Dafür gibt er seinen Job als Vorstandschef der Zürcher Bank Julius Bär auf. Das teilten die beiden Institute am Montag mit. Seinen neuen Posten wird Collardi voraussichtlich Mitte 2018 antreten. Er wird gemeinsam mit dem geschäftsführenden Teilhaber Rémy Best die Verantwortung für Pictet Wealth Management auf globaler Ebene tragen. Best hatte seit Dezember 2014 die alleinige Verantwortung für diese Geschäftssparte inne.

Die Pictet-Gruppe wird derzeit von sechs Partnern geführt, die einerseits das operative Geschäft leiten und andererseits das Gros der Anteile an der Privatbank halten. Mit einem ausgeklügelten System stellt die Bank sicher, dass immer wieder neue Teilhaber an Bord kommen. Sie leihen sich bei den bestehenden Partnern Geld, um sich ins Unternehmen einkaufen zu können. Ausscheidende Partner müssen ihre Anteile an die Bank zurückverkaufen. Wie dieses Modell im Detail funktioniert, erläutert Laurent Ramsey, der für Pictet Asset Management zuständige Partner der Bank, im ausführlichen Interview mit FONDS professionell, das in Ausgabe 4/2017 erscheint. Das Magazin wird den Abonnenten in den kommenden Tagen zugestellt.

Julius Bär ernennt Nachfolger
Für seinen neuen Job räumt Collardi einen nicht weniger prestigeträchtigen Posten: Seit Oktober 2009 war er Vorstandschef von Julius Bär. Die Zürcher Bank teilte mit, der Verwaltungsrat habe Collardis Rücktritt "zur Kenntnis genommen". Zum Nachfolger ernannte die Bank Bernhard Hodler, derzeit Chief Risk Officer des Instituts und seit September stellvertretender Vorstandschef.

Julius Bär sei in "ausgezeichneter Verfassung", sagte Daniel Sauter, der Verwaltungsratspräsident der Gruppe. "Wir danken Boris Collardi für seine hervorragende Leistung und seine Führungsstärke, mit der er die Gruppe fast neun Jahre lang leitete. Wir bedauern seinen Rücktritt, respektieren jedoch seinen persönlichen Wunsch nach Veränderung und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute." (bm)