Der langjährige Chef der US-Investmentbank Goldman Sachs, Lloyd Blankfein, bereitet offenbar den Weg für seine Nachfolger. "Goldman Sachs ist ein Unternehmen, das eine lange Tradition an Doppelsitzen hat. Das funktioniert, wenn die beiden gut miteinander klarkommen", sagte Blankfein in einem Interview mit dem Nachrichtensender "Bloomberg TV". Damit trat der 63-Jährige Spekulationen über einen Rückzug los. Denn mit David Solomon und Harvey Schwartz stehen seit einigen Monaten tatsächlich zwei potenzielle Nachfolger parat.

Bislang waren Beobachter davon ausgegangen, dass nur einer der beiden Blankfein beerben wird. Schwartz und Solomon hatten Anfang des Jahres die operative Leitung des Investmentbankings übernommen. Sie waren auf Gary Cohn gefolgt, der als Leiter des Wirtschaftsrates in die Regierung des US-Präsidenten Donald Trump einzog. Cohn hatte als Kronprinz von Blankfein gegolten.

"Nicht am Schreibtisch sterben"
Blankfein führt die Investmentbank seit elf Jahren. Wie lange er das Geldhaus leiten will, sagte er nicht. "Ich möchte sicher nicht an meinem Schreibtisch sterben", sagte Blankfein lediglich. Anderen Aussagen zufolge will er die Bank erst verlassen, wenn die Eigenkapitalrendite wieder bei 15 Prozent liegt. Dies ist ein ehrgeiziges Ziel, denn zuletzt waren die Gewinne im lukrativen Handel mit Anleihen, Rohstoffen und Devisen eingebrochen. (ert)