David Rockefeller ist tot. Der letzte Enkel des legendären Ölmagnaten John D. Rockefeller starb im Alter von 101 Jahren an Herzversagen, teilte die Rockefeller-Stiftung mit. Der Bankier war Chef des Unternehmens, aus der die heutige Bank JP Morgan Chase erwuchs – und Milliardär: Das "Forbes"-Magazine schätzte sein Vermögen zuletzt auf rund 3,2 Milliarden Euro. 

Nach dem Tod seiner älteren Geschwister stand Rockefeller allein an der Spitze eines weitreichenden Netzwerks aus Familienbeteiligungen. Zudem galt er als einer der wichtigsten Wohltäter der USA, spendete jährlich Millionen an seine Universität und das Museum of Modern Art (MoMa) in New York. Der Milliardär war Mitglied der von US-Starinvestor Warren Buffett und Microsoft-Gründer Bill Gates gegründeten Initiative "The Giving Pledge". Damit verpflichtete er sich, 50 Prozent seines Vermögens abzugeben.

Ausstieg aus fossilen Brennstoffen
Die Rockefeller-Familie hatte zuletzt vor dem Sondergipfel der Vereinten Nationen zum Klimawandel im Jahr 2014 Aufsehen erregt, als sie ankündigte, die Investitionen des Rockefeller Brothers Fund umzuschichten und im Laufe der nächsten 10 Jahre aus Investments in fossile Brennstoffe auszusteigen. Damit wollte die Familie um Patriarch David Rockefeller einen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel leisten. 

Der Rockefeller Brothers Fund verwaltete 2014 ein Stiftungsvermögen von schätzungsweise. 860 Millionen US-Dollar, etwa sieben Prozent des Stiftungsvermögens waren damals in fossile Brennstoffe investiert. Der Betrag, der aus "schmutzigen Energiequellen" abfloss, war deshalb relativ gering. Jedoch galt der Schritt trotzdem als besonders symbolisch. Schließlich spielte die Familie Rockefeller eine zentrale Rolle beim Aufbau des globalen Marktes für Erdöl durch die damalige Standard Oil Company, aus welcher später Exxon, Amoco und Chevron hervorgingen. (fp)