08.02. | 2012

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VKI: Sehr schlechte Noten für private Rentenversicherungen

Arbeiterkammer Wien und VKI kommen nach der Analyse von sieben privaten Rentenversicherungen heimischer Anbieter zu einem vernichtenden Ergebnis. Im Kern sagt die vom VKI im Auftrag der AK erstellte Studie: Wer sich privat versichert, wird mangelhaft beraten, darf keine Transparenz erwarten und muss wegen zu hoher Kosten zudem unattraktive Renditen befürchten.

Grundlage der Berechnungen waren zwei unterstellte Kundenprofile (Frau, Jahrgang 1981, Mann, Jahrgang 1976), für die Angebote eingeholt wurden. Hauptkritikpunkt bleibt angesichts der erwarteten Ergebnisse die bescheidene Renditeerwartung. Abzüglich aller Steuern und Kosten werden die Versicherungsprodukte demnach auf Basis der Garantieverzinsungen nach 30 Jahre Laufzeit Renditen im Bereich von 1,6 Prozent Minus und 0,3 Prozent Plus abwerfen. Im Wesentlichen sei dieses enttäuschende Ergebnis auf die Kosten der Produkte zurück zu führen, die Studie dazu: „Es gibt zwar einen Garantiezinssatz von zwei Prozent auf den Sparanteil. Aber er wird von den Kosten zur Gänze geschluckt“. In der Praxis entsteht das Endergebnis allerdings aus Garantieverzinsung und Gewinnanteil, da letzterer aber erst am Ende des Sparvorgangs bekannt sein wird, lässt er sich heute in Vergleichen bzw. als Entscheidungsgrundlage nicht sinnvoll berücksichtigen.

Mängel im Beratungsgespräch
Die Studie, bei der die Verkaufspraxis verschiedener Vertriebskanäle getestet wurde, kritisiert auch Schwächen bei den Beratungsgesprächen, so seien generell keine präzisen Bedarfserhebungen durchgeführt worden. „Die Berater haben nur einmal von sich aus gefragt, ob es bereits Lebensversicherungs- oder Vorsorgeprodukte gibt“, heißt es. Kritisiert wird weiters, dass die Angebote nach wie vor nicht transparent seien. „Vor allem die Kosten bei Vertragsabschluss sind nicht verständlich dargestellt. Marketing-Begriffe dominieren, während klare Erfolgskennzahlen, etwa die Rendite, fehlen.“ Missfallen lösten auch die Tarifbezeichnungen wie „Privat-Pension“ oder „Fixkostenpension“ aus, sie zeigen nach Ansicht der Studienautoren nicht, ob es sich um eine gemischte Er- und Ablebensversicherung, eine fondsgebundene (Renten-)Versicherung oder eine prämiengeförderte Zukunftsvorsorge handelt.

Die Interessenvertretung fordert daher einen verpflichtenden „Beipackzettel“ für private Rentenversicherungsprodukte – ähnlich dem bei Fonds vorgeschriebenen Key Investor Document (KID). Das „neue“ Informationsblatt soll die genaue Produktbezeichnung, Laufzeit und Prämienhöhe sowie eine detaillierte Auflistung der Kosten und Nebenspesen beinhalten. Darüber hinaus brauche es laut AK eine sorgfältigere Beratung vor Abschluss und während der Laufzeit, was auch ein faires Provisions- und Vergütungssystem für Vermittler erforderlich macht. Die AK nimmt auch die Finanzmarktaufsicht in die Pflicht und fordert von ihr „konsumentenfreundlichere Info-Mindeststandards“ – insbesondere die verpflichtende Angabe eines Effektivzinssatzes.

Aus der Sicht des Vertriebs und der Anbieter ist die vorliegende Untersuchung ein Alarmsignal, denn als mögliche Alternative empfiehlt das AK-Papier eine freiwillige Höherversicherung in der gesetzlichen Pensionsversicherung, verunsicherte Anleger, die diese Option wählen, dürften für den Markt der privaten Vorsorge nachhaltig verloren gehen.

Konkret hat die AK die Angebote folgender Unternehmen untersucht: Allianz, Bank Austria Versicherung, Generali, Raiffeisen Versicherung, S-Versicherung, Uniqa und Wiener Städtische (VIG). (dw)

Die vollständige Studie mit allen Detailergebnissen kann online abgerufen werden.

 

Quelle:FONDS professionell

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Kommentare Die neuesten Kommentare

Antworten

AK ...die Finanzexperten

von Weißkopf am 10.02.12, 20:13

Dass die Beratungen mitunter Mist sind, darf gerne geprüft und von der AK auch kritisiert werden. Das steht außer Zweifel. Ich frage mich jedoch, welch phänomenales Produkt- und Finanzwissen die AKler haben, wenn sie ernsthaft als Alternative die Höherversicherung in der gesetzl. Pensionsversicherung empfehlen.
- Übernehmen die die Haftung für so eine konkrete Produktempfehlung :-).
- Dass man bei Lebensversicherungen nicht schlecht verdient, ist auch klar ...wenn man allerdings die Provision halbiert, wird das Ergebnis der Akler auch nicht sonderlich anders ausfallen. Ergo: man darf gefälligst null verdienen. Vielleicht sollten die mal ihre KFZ, Handies, Wohnungen etc. hinsichtlich "Kosten" ...im Sinne von unnötig, weil ja nur jemand davon lebt und Gewinn macht ...untersuchen. Da würde sie doch glatt erkennen, dass das alles eine maßlose Frechheit ist :-)
- Die unverbindliche Gewinnprognose ist natürlich für Vergleiche ...wie sie richtig schreiben ...kein Kriterium. In dem Artikel wird diese aber als generell "quasi nicht vorhanden" hingestellt und somit als absolutes Kriterium für ein "gegen Rentenvers." und "pro gesetzl. Pensionsversicherung" eingesetzt. Das is natürlich ein weiterer Topfn. Wenn die Veranlagungen der Versicherungen (Gewinnprognose) 0 % p.a. über 30 Jahre betragen, dann möchte ich mal sehen, wie die Welt dann aussieht und wie toll die freiwillige gesetzliche Höherversicherung dann ein tolles Gschäft war.