Umfrage: Versicherer planen mehr in alternative Anlageklassen zu investieren
Bei der Vorbereitung auf Solvency II gilt die Hauptsorge der Versicherer der Erfüllung der gestiegenen Reportingpflichten. Zudem könnten sie aufgrund des niedrigen Zinsniveaus und des anhaltend langsamen Wirtschaftswachstums zukünftig stärker in Alternative Anlageklassen investieren, um ihre Renditen zu steigern. Beinahe ein Drittel (32 Prozent) glauben an eine Erhöhung der Allokation in Private Equity und Hedgefonds. Dies sind zwei zentrale Ergebnisse einer neuen Umfrage, die im Auftrag von BlackRock von der Economist Intelligence Unit durchgeführt wurde und die Auswirkungen von Solvency II auf die Vermögensallokation und die Anlagestrategie von in Europa tätigen Versicherern untersuchte.
Die Vorschläge der neuen Regularien dürften dazu führen, dass die Leistungen verschiedener Anlageklassen zukünftig anders bewertet werden. Dementsprechend werden die Versicherer sich möglicherweise aus Staatsanleihen und Aktien zurückziehen und verstärkt in alternativen Vermögensklassen anlegen – trotz der potenziell höheren Kapitalanforderungen, die aufgrund von Solvency II auf sie zukommen könnten.
Eine andere Herausforderung für die befragten Versicherungsinstitute gilt der Erfüllung der gestiegenen Reportingpflichten. Mehr als 90 Prozent zeigen sich sehr oder etwas besorgt, was die Erfüllung der Anforderungen an die Pünktlichkeit der Berichterstattung und die Vollständigkeit der Daten gemäß Solvency II betrifft. Die überwiegende Mehrheit äußert Bedenken in Bezug auf die Qualität der Daten von Dritten (92 Prozent). Diese externen Datenlieferanten stehen insbesondere unter dem Druck, den geforderten "Look-Through"-Ansatz bei der Portfoliobewertung umzusetzen, einschließlich der Portfolios von gepoolten Anlagevehikeln. 92 Prozent der befragten Institute gaben an, ihre Anlagestrategie aufgrund der strengeren Datenanforderungen gewissermögensklassen voraussichtlich ändern zu müssen.
David Lomas, Global Head der Financial Institutions Group von BlackRock, sagt dazu: "Trotz mehrerer Verschiebungen der Frist für die Umsetzung hat Solvency II bereits bedeutende Veränderungen bei Versicherern in Gang gesetzt, die erhebliche Zeit und Ressourcen für die Vorbereitung der Einführung aufwenden. Während sie sich für diese neuen Vorschriften zu wappnen versuchen, sehen sich Versicherer mit einem von unvorhergesehenen Herausforderungen geprägten Marktumfeld konfrontiert, dass dazu führt, dass eine Erhöhung der Allokation auf Alternative Vermögensklassen wie Hedgefonds und Private Equity in Betracht gezogen wird. So planen in Deutschland 38 Prozent der Befragten, stärker in Private Equity zu investieren. Zudem besteht eine deutliche Diskrepanz zwischen der Zuversicht der Versicherer, die Anforderungen von Solvency II zu erfüllen, und dem Verständnis für den Zeitaufwand und die Ressourcen, die erforderlich sind, um diesen Herausforderungen zu begegnen."
Grundlage für die Studie bildeten die Antworten von über 220 an der Befragung teilnehmenden Versicherungsinstitute in 18 Ländern, die im Oktober und November 2011 durchgeführt wurde, sowie acht ausführliche Interviews mit Versicherern, Aufsichtsbehörden und Wirtschaftsorganisationen. (cs)
Quelle:FONDS professionellBanken & Versicherungen
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