EZB kauft erstmals seit August keine Staatsanleihen
Die EZB hat in der vergangenen Woche erstmals seit August keine Staatsanleihen von Schuldenstaaten gekauft. Dies teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Montag in Frankfurt mit. Bereits in der vergangenen Woche hatte die EZB ihre Anleihenkäufe auf 59 Millionen Euro nahezu halbiert. Damit ist im Vergleich zu den Wochen zuvor, als die Beträge zumeist im einstelligen Milliardenbereich gelegen hatten, das Niveau der Einkäufe deutlich gesunken.
Seit Anfang Mai 2010 hat die Euro-Notenbank Bonds von klammen Euro-Staaten wie Italien, Spanien, Griechenland, Portugal und Irland im Gesamtwert von 219,5 Milliarden Euro aufgekauft. Die EZB begründet die Interventionen mit der Stabilisierung der Märkte, de facto drückt sie jedoch die Zinslast der Schuldenstaaten.
Wie zuletzt üblich will die Notenbank die Überschussliquidität einsammeln, die aus den gesamten Anleihekäufen resultiert. Am Dienstag soll laut Neuer Zürcher Zeitung ein entsprechendes Geschäft mit den Banken durchgeführt werden. Bei solchen Einlagengeschäften, den sogenannten "fixed terms deposits", können die Banken Geld hinterlegen und erhalten dafür Zinszahlungen. Die Notenbank nimmt somit zusätzliche Liquidität, die durch den Kauf von Staatsanleihen entsteht, wieder aus dem Markt. Inflationären Effekten wird somit entgegengewirkt. (cs)
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