Deutsche Bank sieht Aufhellung des Investitionsklimas
Es gibt zunehmend Anzeichen für einen freundlicheren Wirtschaftsausblick. Dafür sind vor allem die besseren Konjunkturdaten in den USA und in China sowie die massive Unterstützung europäischer Banken durch die EZB verantwortlich. Das berichtet das Global Investment Committee (GIC) des Private Wealth Management der Deutschen Bank.
Optimismus für USA, Asien und Europa
„Die jüngst veröffentlichten Indikatoren zeigen, dass der Aufschwung der US-Wirtschaft auf breiter Basis erfolgt“, erläutert Bernhard Ramsauer, Leiter Private Wealth Management der Deutschen Bank in Österreich und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank Österreich AG. Die Investitionsnachfrage steigt, der Überhang am Wohnungsmarkt stabilisiert sich und die Besserung am US-Arbeitsmarkt lässt auf eine robustere Konsumnachfrage schließen.
In Asien verlangsamt sich zwar das Wirtschaftswachstum, dennoch ist weder in China noch in anderen asiatischen Märkten mit einem „Hard Landing“ zu rechnen. Die Sorgen bezüglich steigender Inflation beruhigen sich zunehmend und dies sollte sich in einer entsprechend angepassten Geldpolitik der asiatischen Länder niederschlagen.
Noch deutlicher dürften sich die bereits im Dezember 2011 angekündigten außerordentlichen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank ausgewirkt haben. Die EZB bietet den Banken jetzt Gelegenheit, in großem Umfang zu sehr niedrigen Kosten Kapital aufzunehmen. Das haben viele Banken genutzt und diese Mittel verstärkt in europäische Staatsanleihen investiert. Darüber hinaus scheint sich der Wirtschaftsabschwung in der Eurozone zu stabilisieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass es 2012 im Euroraum bei einer moderaten Rezession bleibt (-0,5 %), hat sich erhöht.
Dennoch sehen die Anlagestrategen kurzfristig noch einige Herausforderungen. In der Eurozone stehen wichtige Ereignisse an wie etwa die Umschuldung Griechenlands, ein Zahlungsausfallsrisiko in Ungarn und Wahlen in Frankreich. Auf der positiven Seite könnte der Abschluss eines Fiskalpaktes mit verbindlichen und strikten Fiskalregeln für die Eurozone das Vertrauen der Marktteilnehmer wieder stärken.
US-Aktien, Dividendenaktien und Emerging Markets im Fokus
Andreas Diesner, CIO des Deutsche Bank Private Wealth Management in Österreich, hält dazu fest: „Unter diesen Rahmenbedingungen favorisieren wir bei Aktien den US-Markt und Emerging Asia zunächst weiter.“ Vor allem US-Aktien aus dem Technologiesektor sowie Aktien mit hoher Dividendenrendite stehen dabei im Vordergrund. Bei Aktien in Europa sehen die Anlagestrategen hingegen die meisten Rückschlagrisiken. Nach der starken Aktienmarkt-Rally der vergangenen Wochen und angesichts der erwähnten bevorstehenden Ereignisse könnten temporäre Gewinnmitnahmen das Bild stören. Ein stärkeres Augenmerk wird das GIC auf den chinesischen Aktienmarkt legen und auch in Thailand wird nach der Naturkatastrophe von 2011 nun wieder ein gewisses Aufholpotenzial erwartet.
Ein unverändert interessantes Investmentthema bleiben Anleihen in den Emerging Markets: Nach der guten Performance in 2011 ist mit einer strukturell steigenden Nachfrage zu rechnen, vor allem wegen der attraktiven Risiko-Rendite-Kombination (hohe Kupons und gute Schuldnerbonität). Bei Unternehmensanleihen sind vor allem US High-Yield-Anleihen attraktiv, bergen allerdings auch Liquiditäts- sowie Volatilitätsrisiken und aus Euro-Sicht ein Währungsrisiko. Investment Grade-Unternehmensanleihen dürften ganz generell Staatsanleihen outperformen.
Nachdem viele Assetkategorien jüngst eine gute Entwicklung verzeichneten, richten die Anlagestrategen ihr Augenmerk primär auf die Absicherung dieser Performance im Portfolio – trotz des positiven Newsflow. Ein stärkeres Engagement in risikoreichere Assets sollte, wenn überhaupt, nur in Phasen mit deutlichen Marktkorrekturen vorgenommen werden. Das Global Investment Committee des Deutsche Bank Private Wealth Management empfiehlt derzeit folgende Gewichtung in den Assetklassen:
Cash 11 %
Staatsanleihen Industrieländer 9 %
Unternehmensanleihen Industrieländer 17 %
Anleihen Emerging Markets 7 %
Aktien Industrieländer 28 %
Aktien Emerging Markets 14 %
Absolute Return und Währungen 8 %
Rohstoffe 6%
Quelle:FONDS professionell
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