Der ehemalige EZB-Präsident Jean Claude Trichet – er gilt als so etwas wie der "Retter der Eurozone" – stand der Redaktion nach seiner Keynote Speech am diesjährigen FONDS professionell KONGRESS für ein Exklusivinterview zur Verfügung. In dem Gespräch erklärte er, warum die Finanzkrise von 2008 vorwiegend für die entwickelten Wirtschaftsnationen ein ernsthaftes Problem war und warum die Schwellenländer vergleichsweise glimpflich davongekommen sind.
 
Trichet erläuterte zudem, was er unter dem von ihm geprägten Begriff der "konzeptionellen Konvergenz" zwischen den Zentralbanken der großen Industrieländer versteht. Trotz unterschiedlicher Tendenzen in den USA und Europa in Bezug auf die Regulierung der Finanzmärkte setzt der frühere EZB-Chef auf ein auch künftig koordiniertes Vorgehen der relevanten Marktteilnehmer. Seine größte Befürchtung: Sollte die Krise wieder Erwarten erneut aufflammen, würden auch die Emerging Markets wesentlich schwerer getroffen als 2008, wodurch die Krise auf eine globale Ebene gehoben würde. (hh)