An den Anleihemärkten dürfte es in den kommenden Monaten ungemütlich bleiben, sagen die Experten des Fondsanbieters Bantleon. Grund: Die Renditen werden voraussichtlich weiter steigen. Bond-Anleger sollten dementsprechend die Durationsrisiken in ihren Portfolios reduzieren. Aktien werden im laufenden Jahr wohl deutlich besser abschneiden als Anleihen. Trotzdem sollten Investoren nicht komplett auf Anleihen verzichten, raten die Bantleon-Experten: Die politischen Unwägbarkeiten sind zu groß.

Insgesamt hat sich der Ausblick im Vergleich zum vergangenen Jahr leicht aufgehellt. Zwar dürfte es auch 2017 viele politische Störfeuer geben. Aber: Die makroökonomische Lage hat sich deutlich verbessert. Rund um den Globus zieht die Konjunktur an, in den USA winken Infrastrukturinvestitionen und Steuergeschenke. Schwellenländer profitieren von der Erholung der Rohstoffpreise. Auch der Welthandel dürfte 2017 neuen Schwung bekommen, heißt es von Bantleon. Das wird vor allem den exportabhängigen Euroländern zugutekommen.

Zittern vor dem Ausstieg
Die Stimmung in der Eurozone ist so gut wie seit über fünf Jahren nicht mehr. Die Arbeitslosenquote ist auf den tiefsten Wert seit Sommer 2009 gesunken, die Auslastung der Produktionskapazitäten ist deutlich gestiegen. "Kein Wunder, dass sich das Deflationsgespenst verkrochen hat", kommentieren die Bantleon-Experten. Sie gehen davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) im Frühjahr damit beginnt, die Märkte auf den Einstieg in den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik vorzubereiten. Für Anleiheinvestoren wird es dann noch schwieriger. (fp)